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Die ärztliche Versorgung der Zukunft

Im Bereich der medizinischen Versorgung sind einige Milliarden EUR jährlich zu holen. Es gibt Unternehmen, die von diesem Kuchen etwas abhaben wollen.

Also wird ein Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbsrechts in der Gesundheitsversorgung initiiert. Nun dürfen (müssen) unsere Praxisschilder etwas grösser und bunter sein. Wir müssen hübsche Webseiten aufbauen, in diversen Telefon- und Internetverzeichnissen kostenpflichtig vertreten sein. Grosse Gewinne locken aber nicht, sind doch die Einnahmen der Praxen bezogen auf die Leistung in den letzten 20 Jahren stark gefallen.

Warum wollen Wirtschaftsunternehmen dann auf diesen Markt, wenn sich dort nichts verdienen lässt? 

Ganz einfach: zur Zeit herrscht ein gnadenloser Wettbewerb um den Patienten. Wegen der pauschalierten Abrechnung bekommt man je Patient nur einen geringen Betrag (Urologen: ca 25 EUR im Quartal). Trotzdem will man den Kunden ja nicht an den Wettbewerb verlieren, also werden Leistungen ohne Vergütung erbracht.
Dabei konkurrieren Facharztkollegen untereinander, Facharztgruppen untereinander, Fachärzte mit Hausärzten, niedergelassene Ärzte mit Kliniken, Kliniken untereinander. Dabei kommt es jedoch nie zu echtem Wettbewerb in dem Sinne, dass ein Kunde sich entscheidet, dass ihm eine bestimmte ärztliche Leistung soundso viel wert ist. Der Kunde bekommt alles umsonst, all inklusive als Flat Rate.

Keiner traut sich zu sagen, dass eine Gib-Alles-Medizin nicht nachhaltig für dieses Preisniveau zu haben ist. Entweder muss mehr Geld ins System, oder die Leistungen radikal reduziert werden. Die These sagt: nicht nachhaltig. Im Moment geht es noch, weil jeder im Kampf um Anteile des zu kleinen Kuchens sich bis zum Äussersten aus dem Fenster lehnt. Genau wie im Finanzsektor wird dies jedoch nicht dauerhaft funktionieren. Krankenhäuser und Praxen werden massenhaft geschlossen, die noch verbleibenden Ärzte überlastet sein. In der Folge: Monatelange Wartezeiten für Kassenpatienten, keine Operationen bei älteren Menschen etc. Wers nicht glaubt, schaut einmal in viele andere europäische Länder.

Wenn dieses chronisch kranke System also dereinst vollständig kollabieren wird, ist die richtige Ausgangsbasis für eine industriell organisierte Medizin gekommen. Die Protagonisten stehen längst in den Startlöchern und warten auf den grossen Knall. Den Kassen wird dann eine vermeintlich günstige Medizin angeboten, die die 25 häufigsten Krankheiten am "Fliessband" zu Preisen behandelt, die zunächst günstig erscheinen. Auf der Strecke bleibt der Patient, der entweder keine Standardkrankheit hat, oder auf dem Land wohnt.

Der so veränderte Gesundheitsmarkt wird dann durch "Merger und Aquisitions" bereinigt, bis den Krankenkassen ebenbürtig grosse Unternehmen gegenüberstehen. Spätestens dann wird die Kostenschraube unnachgiebig angezogen.